Frauen im Militär - Normal, oder?

«Militärdienst zu leisten, wenn ich das will, ist mein Recht»

Alle 158 Funktionen in der Armee stehen Frauen seit 2004 offen. Gleiche Leistung, gleiche Chance, so das Motto. In der Armee erwartet dich als Frau keine Sonderbehandlung.

Der Militärdienst bietet dir eine Chance, dich und deinen Durchhaltewillen zu beweisen. Aber, wie reagiert dein Umfeld? Wie wirst du als Frau im Tarnanzug in der Öffentlichkeit wahrgenommen? 

Das Amt für Militär und Zivilschutz des Kantons St.Gallen challenged am International Women’s Day 2021 das öffentliche Bild von Frauen, die Militärdienst leisten und setzt sich dafür ein, dass Frauen sich frei für diesen Weg entscheiden können

Ohne sich rechtfertigen zu müssen oder von der Öffentlichkeit als Exotin behandelt zu werden. 

Major
Tamara
Rancetti-Hauri.

«Ich trage Tarnanzug und Fingerringe. Und werde in den Medien oft auf mein Äusseres  reduziert. Wird über meine Kollegen berichtet, geht es nie um ihre Haare oder ihre Figur. Ich habe als Frau das Recht, in die Armee einzutreten, wenn ich das will».

Tamara Rancetti-Hauri wollte nach ihrer Lehre eine neue Herausforderung und entschied sich für die RS. Sie ist überzeugt, dass man in der Armee in kürzester Zeit unglaublich viel lernt. 

Oberstleutnant Elisabeth Stadelmann-Meier.

«Für die breite Öffentlichkeit mag eine Frau in Militäruniform bisher noch etwas Spezielles sein – für die heutige Armee gilt das nicht mehr.»

Elisabeth Stadelmann-Meier ist froh, keine verkürzte Frauen-RS absolviert zu haben, wie es bis 1995 zwingend war. Sie dankt allen Frauen und Männern, die sich für die Gleichstellung innerhalb der Armee eingesetzt haben. 

Werde ich in der Armee wirklich gleich behandelt, wie Männer?

In der Armee wirst du grundsätzlich gleich behandelt, wie deine Kollegen. Niemand trägt dein Gepäck oder befreit dich vom 50-Kilometer-Marsch. Du musst für deine Wunschfunktion die gleiche Leistung bringen. Aber natürlich gibt es Ausnahmen. Oft hast du ein Einzelzimmer, weil es einfach noch nicht so viele Frauen im Militär gibt. Hast du Fragen, wie es ist, als Frau Militärdienst zu leisten? Major Tamara Rancetti-Hauri beantwortet alle deine Fragen zur Armee. 

Hauptmann Lorena Branchina.

«Ich bin sehr für Gleichberechtigung und wollte auch einen Dienst für die Gesellschaft leisten. Es ist doch eigentlich unfair, dass wir Frauen keinen solchen Dienst zu leisten haben. Und ich habe in der Armee gelernt, an meine Grenzen zu gehen und mich durchzusetzen.»

Als Mitglied des Berufsmilitärs absolviert Lorena Branchina den Bachelor oft Arts in Staatswissenschaften, der nur für Angehörige der Armee offen steht. Es ist ihr wichtig, in der Armee keine Sonderbehandlung zu erhalten. 

Fachoffizier (Hauptmann) Jasmin Willi.

«Bei Vorstellungsgesprächen kommt es sehr gut an, dass ich Dienst geleistet habe. Die Arbeitgeber wissen, dass es Charakterstärke und Durchhaltewillen zeigt. Für mich bedeutet Gleichberechtigung, dass alle die gleichen Chancen haben – auch in der Armee.»

Als Fachfrau Gesundheit hat Jasmin Willi bei den Sanitätern in der Armee gedient. Während ihre Freundinnen es cool fanden, dass sie den Dienst leistet, waren vor allem die männlichen Kollegen eher kritisch. 

Sonderbehandlung gibt es keine für Frauen in der Armee. Aber viele Möglichkeiten und Chancen.

Das Amt für Militär und Zivilschutz veranstaltet, sobald das wieder möglich ist, Infoabende in Wattwil, Rapperswil, Buchs und St.Gallen. Wenn du mehr über die Infoabende, die Funktionen und die Armee erfahren möchtest, melde dich bei uns.